Wir schneiden Ihre Obstbäume
auf dem Gebiet von 54 Städten und Gemeinden in den Landkreisen
Calw,
und im
Liegen Ihre Obstbäume in unserem Einzugsgebiet?
Zwar gilt unsere Spezialisierung dem Obstbaumschnitt, wir führen aber auch Baumpflege-Maßnahmen an allen anderen Bäumen durch, außerdem Gartenpflege-Arbeiten, wie den Schnitt von Hecken, Rosen und Ziersträuchern, sowie Baumfällungen (auch in Seilklettertechnik).
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Landkreis Tübingen
Im Landkreis Tübingen arbeiten wir für Sie in ...
Kusterdingen
Kirchentellinsfurt
Hirrlingen
Bodelshausen
Starzach
Ofterdingen
Dußlingen
Nehren
Neustetten
Dettenhausen
Wie schneiden wir Obstbäume?
Wie wir einen Obstbaum schneiden, hängt im Wesentlichen von vier Faktoren ab:
- von der Baumform des Obstbaums,
- von der Obst-Art und Obst-Sorte,
- von Ihren Zielen als Auftraggeber*in,
- vom
Zustand des Baums.
Aus Wuchsform, Obst-Art und Ihren Zielen als Auftraggeber*in ergeben sich direkte Anforderungen an die Eigenschaften, die der Obstbaum durch den Schnitt bekommen soll.
Und so geht’s:
Schritt für Schritt zum Obstbaumschnitt
Inhalt:
Der erste Schritt:
Feststellen Ihrer Ziele als Kund*in
Der zweite Schritt:
Der dritte Schritt:
Naturgemäßer Obstbaumschnitt nach der Oeschberg-Methode laut Spreng, Palmer, Bosch und Grolm
Landkreis Böblingen
Im Landkreis Böblingen arbeiten wir für Sie in ...
Gäufelden
Holzgerlingen
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Aidlingen
Jettingen
Mötzingen
Bondorf
Nufringen
Deckenpfronn
Altdorf
Hildrizhausen
Grafenau
Baumform, Obst-Art und Obst-Sorte
Für die richtigen Arbeitsschritte beim Obstbaumschnitt müssen wir zunächst die Baumformen und Obst-Arten unterscheiden:
Obstbaumformen: Buschbaum, Niederstamm, Halbstamm, Hochstamm, Spalier, Spindel und Säulenobst.
Beerenobstformen: Fussstamm, Strauch, Rute, Klettersträucher wie Reben (Wein), Spalier und Spindel.
Desweiteren werden bei den Obst-Arten Kernobst (Apfel, Birne, etc.) und Steinobst (Kirsche, Zwetschge, etc.) unterschieden, da sie sich in mancher Hinsicht grundsätzlich in ihren Wuchseigenschaften unterscheiden.
Aber auch Sauerkirsche und Süßkirsche besitzen deutlich unterschiedliche Wuchseigenschaften.
Außerdem wird unterschieden zwischen
- dem Begriff Obst-Art und
- dem Begriff Obst-Sorte.
Obst-Arten: Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge, Quitte, Mirabelle, Pflaume, Pfirsich, Himbeere, Johannisbeere, Stachelbeere und Brombeere sind verschiedene Obst-Arten von denen es jeweils wieder unterschiedliche Sorten gibt.
Obst-Sorten: Boskoop, Jakob Fischer, Klarapfel und Elstar sind verschiedene Obst-Sorten der Obst-Art Apfel.
Gute Luise, Williams Christ, Gräfin von Paris und Conference sind verschiedene Obst-Sorten der Obst-Art Birne.
Zu guter letzt können sich auch die Wuchseigenschaften von Obst-Sorten der gleichen Obst-Art voneinander unterscheiden.
Die Abweichung der Wuchseigenschaften von Kernobst und Steinobst ist meist größer, als zwischen den unterschiedlichen Sorten einer Art, auch wenn es Ausnahmen von dieser Regel gibt.
Landkreis Reutlingen
Im Landkreis Reutlingen arbeiten wir für Sie in ...
Pfullingen
Eningen unter Achalm
Pliezhausen
Wannweil
Walddorfhäslach
Ihre Ziele als Auftraggeber*in
Vor jedem Obstbaumschnitt steht die Analyse Ihrer Erwartungen als Besitzer*in, Nutzer*in oder Auftraggeber*in an den Baum.
Diese Erwartungen, Wünsche und Bedürfnisse fragen wir in jedem Einzelfall genau ab. Denn die Bedürfnisse der Menschen an den Baum unterscheiden sich indviduell.
Einige Ziele haben Baumbesitzer*innen jedoch fast immer im Blick:
- die kostengünstige Pflege,
- die Qualität der Früchte,
- eine einfache Ernte,
- die Gesunderhaltung des Baums.
Desweiteren wird häufig die Verkehrssicherheit des Baums gewünscht. Das heißt, die Bruch- und Standsicherheit soll gewährleistet sein, damit nichts durch dem Baum beschädigt und niemand verletzt wird. Insbesondere bei Obstbäumen in Wohngebieten ist das der Fall.
Auf der Streuobstwiese ist die Verkehrssicherheit für Sie als Baumbesitzer*in oft nachrangig.
Für die Gesunderhaltung und die Reduzierung des Pflegeaufwands spielt die Bruch- und Standsicherheit eines Baumes jedoch ebenfalls eine Rolle.
Also ein Aspekt, den wir als Baumpfleger*innen auch dann mitbedenken, wenn nicht die Verkehrssicherheit, sondern nur der langfristig kostengünstige Baumerhalt von Ihnen als Eigentümer*in des Baums priorisiert wird.
Häufig wird von Baumeigentümern und Baumeigentümerinnen keine große Menge an Früchten benötigt, aber eine gute Fruchtqualität.
Die Vorstellungen unserer Kundinnen und Kunden gehen hier meist je nach Menge der Bäume auseinander, die sie besitzen.
Auch andere typische Pflegeziele aus der Baum- und Gartenpflege können beim Obstbaumschnitt eine Rolle spielen.
Häufig geht es auch beim Obstbaumschnitt um mehr oder weniger Beschattung anderer Pflanzen oder von Gebäuden, das Freischneiden von Gebäuden oder Grundstücksgrenzen, die subjektive Ästhetik der Form des Baums, oder eine ganz spezielle Art der Ästhetik: Eine subjektiv und individuell empfundene Ordnung und Sauberkeit.
Zollernalbkreis
Anforderungen an die Eigenschaften des Obstbaums
Aus Wuchsform, Obst-Art und Ihren Bedürfnissen als Kundinnen und Kunden ergeben sich direkte Anforderungen an die Eigenschaften des Baums.
Die Eigenschaften von Obstbäumen, die beim Obstbaumschnitt erzeugt, herausgearbeitet und kultiviert werden sollen, sind dementsprechend häufig diese:
- Eine stabile Statik, damit der Obstbaum nicht unter der Last des reifen Obstes bricht.
- Ein Gleichgewicht zwischen Fruchtentwicklung und Wachstum, um Jahr für Jahr eine stetige Menge Obst zu erhalten, und um kein übermäßiges Wachstum zu fördern, das einen größeren Pflegeaufwand zur Folge hätte.[1]
[1] Hierfür ist es insbesondere nötig, die Baumphysiologie und die Wachstumsgesetze zu kennen, damit der Schnitt naturgemäß, das heißt: Hand in Hand mit den Fähigkeiten, Potentialen und Grenzen des Obstbaums durchgeführt werden kann. Schließlich wollen wir uns keine unnötige Arbeit und Kosten erzeugen, oder die Baumgesundheit nachhaltig schädigen, indem wir entgegen der naturgemäßen Physiologie des Obstbaums schneiden, die durch Naturgesetze (biologische, chemische, physikalische) fest vorgegeben ist.
- Ein leichter Zugang in den Obstbaum um Ernte und Pflege zu erleichtern und sie kostengünstig zu gestalten: Das sind vornehmlich freie Arbeitswege und eine Baumstruktur, welche für das Anlegen einer Leiter, das Klettern in Seilklettertechnik und die Bewegung im und unter dem Obstbaum ausgelegt ist.
- Die Gesundheit des Baums, weil alle anderen Eigenschaften davon beeinflusst werden.
- Eine Baumstruktur, die ermöglicht, dass alle Äste und Blätter ausreichend Licht [2] und Belüftung [3] erhalten.
[2] Licht ist essentiell für die Photosynthese, bei der der Obstbaum durch chemische Prozesse die Energie der Sonne nutzt um selbst Zucker herzustellen. Kein Wachstum und keine Fruchtentwicklung ohne Photosynthese.
{3] Eine gute Belüftung beugt insbesondere dem Befall mit Pilz-Schädlingen wie Mehltau oder Rindenbrand vor, aber auch einigen bakteriellen oder Insekten-Schädlingen.[4]
[4] Grundsätzlich gilt:
Je gesünder ein Ast oder Baum, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass ein Schädling wie Pilz, Bakterie, Virus oder Insekt Fuß fassen und sich ausbreiten kann.
Deshalb braucht jeder Baum und jeder Ast zunächst einmal genügend Platz und Licht, um sich gesund entwickeln zu können.
Dort wo zwei Äste zu eng aufeinander wachsen, muss man sich häufig zwischen dem einen oder anderen entscheiden, oder durch rechtzeitige fachgerechte Schnittmaßnahmen daruf hinwirken, dass solche Situationen gar nicht erst entstehen. Lieber ein gesunder Ast, als zwei schwache und kränkelnde.
Landkreis Freudenstadt
Im Landkreis Freudenstadt arbeiten wir für Sie in ...
Empfingen
Schritt für Schritt zum Obstbaumschnitt
Der erste Schritt
Der erste Schritt beim professionellen Obstbaumschnitt ist es, Sie als Kundin und Kunde nach Ihren Zielen und Bedürfnissen zu fragen und diese festzustellen und zu dokumentieren.
Häufig können Sie als Eigentümer*in des Baums auch Auskunft über die Obst-Sorte (siehe: begriffliche Unterscheidung zwischen Obst-Art und Obst-Sorte), das genaue Alter des Baums, die Qualität und Menge der Früchte und die Alternanz[5] geben, die ansonsten nicht so einfach und eindeutig vor Ort aus dem Baum zu „lesen“ wären.
[5] Alternanz wird (im Gegensatz zum Gleichgewicht) das Schwanken zwischen Jahren genannt, in denen der Obstbaum eher viel wächst und wenig Früchte trägt, und Jahren, in denen der Obstbaum eher weniger wächst und viel Fruchtbehang hat.
Ein regelmäßiger und fachgerechter Schnitt kann der natürlichen Alternanz entgegenwirken und dafür sorgen, dass Wachstum und Fruchten mehr ins Gleichgewicht kommen.
Auch über die Entwicklung von Totholz (abgestorbene, vertrocknete Äste) können unsere Kundinnen und Kunden häufig genauere Auskunft geben.
Denn wenn wir den aktuellen Zustand des Baums sehen, können wir nur die aktuelle Menge des Totholzes beurteilen, aber nicht, über wie viele Jahre es sich entwickelt hat.
Landkreis Calw
Schritt für Schritt zum Obstbaumschnitt
Der zweite Schritt
Der zweite Schritt ist die sogenannte Baumansprache. Wir sagen auch:
Das „Lesen“ des Baums.
Ein Großteil der Baumansprache kann bereits online per E-Mail mithilfe Ihrer Angaben als Kundin und Kunde und anhand von Fotos des Obstbaums erfolgen.
Eine abschließende und vollständige Baumansprache ist aber nur vor Ort und direkt am Baum möglich.
Zu großen Teilen überschneidet sich die Baumansprache mit den Arbeitsschritten einer Baumkontrolle, bzw. einer sogenannten "Inaugenscheinnhme vor Ort" gemäß ZTV-Baumpflege.
Den Zustand des Baums beurteilen wir im Hinblick auf:
- Baumfom
- Obst-Art
- soweit bekannt oder feststellbar: Obst-Sorte
- ungefähres Alter
- soweit bekannt oder feststellbar: genaues Alter
- Standort:
- Lichtverhältnisse des Kronenbereichs, innen und außen
- Wasserversorgung
- Bodeneigenschaften (soweit bekannt oder feststellbar: Nährstoffe, PH-Wert, Durchlässigkeit, Speicherfähigkeit, Dichte)
- Nachbarpflanzen
- Unterwuchs
- Nutzung (Baumwiese, Spielwiese, Sitzfläche, Viehweide, Mähen mit Mähfahrzeugen, Mostobst, Tafelobst, etc.)
- Vitalität anhand der Verteilung, Länge und Stärke des aktuellen Austriebs, und wie sich der Austrieb über die Jahre entwickelt hat, und wie sich die Überwallung möglicher Schnitt- und Wundstellen entwickelt
- Struktur des Baums (beim Halb- oder Hochstamm: z.b. Oeschberg, Württemberger, „Schwäbischer Elefantenrüsselschnitt“, individuelle Systeme oder Wildwuchs)
- Belichtung und Belüftung in der Krone
- Biotop des Baums: Welche Tiere und Pflanzen kommen in der nahen Umgebung vor?
- Falls keine Oeschberg-Struktur vorhanden: Ist eine Umstellung der Struktur möglich und würde die Umstellung Sinn ergeben, oder eher nicht?
- Falls eine Oeschberg-Struktur vorhanden ist:
- Welches sind vorhandene und mögliche Leitäste?
- Winkel und Astansatz der vorhandenen und möglichen Leitäste prüfen.
- mögliche Leitastverlängerungen suchen.
- Spitzenverlängerung oder mögliche Alternativen feststellen.
- Saftwaage anpeilen (Verhältnisse der Höhe von Leitastverlängerungen und Spitzenverlängerung zueinander).
- Blattmasse-Verhältnisse von Leitästen und Mitteltrieb zueinander prüfen.
- Höhe der Leitastansätze und Leitastverlängerungen vergleichen.
- Durchmesser von Leitästen und Spitze vergleichen.
- Struktur der Leitäste und Spitze überprüfen: Seitenäste, Winkel und Länge der Seitenäste, Fruchtholz, Dichte und Abstand der Leitäste untereinander, der Seitenäste untereinander, von Fruchtholz untereinander, Konkurrenzäste, Konkurrenztriebe, starke Äste auf der Leitastoberseite?
- Entscheidung für 3 bis 5 Leitäste möglich, oder Alternativen erwartbar?
- Beeinträchtigungen des Baums, wie:
- mit ihm um Licht oder Kronenraum konkurrierende Nachbarpflanzen,
- Pilz-, Bakterien- oder Viruserkrankungen,
- Schadinsekten,
- Beschädigungen durch Vögel oder Säugetiere wie den Menschen,
- also auch Schnittwunden jeden Alters oder andere mechanische Beschädigungen:
- wie Stammverletzungen durch Mähgeräte oder Sturmbruch,
- oder Wurzelraum-Beschädigungen wie Erdaushub im Wurzelraum (auch in der Vergangenheit) oder Wurzelraumverdichtung, z.b. durch Fahrzeuge oder Beweidung.
- Vorhandener Sonnenbrand oder stark exponierte und wenig beschattete Flächen,
- Sollbruchstellen wie Schlitzäste, Zwiesel mit eingewachsener Rinde, Weißfäule in oder unter alten Schnitt- oder Bruchwunden, ungenügende Statik (bruchgefährdende Steigungswinkel von Ästen oder Astansatz), sich krümmende Äste oder starke Steigungswechsel,
- die Menge toter, vertrockneter Äste (Totholz),
- Fremdbewuchs, z.B. Efeu im Kronenbereich,
- Versorgungsschatten (z.B. eingefallene oder sich ablösende Rinde oder unbedecktes Splintholz ohne Schnitt- oder Bruchwunde, oder unterhalb dieser liegend, können Zeichen dafür sein),
- Wühlmauslöcher (zu unterscheiden von anderen Mäusen oder Maulwürfen),
- Wildverbiss oder Verbiss durch Weidevieh,
- Nachteilige Veränderung der Wasserversorgung, z.B. durch Pflanzung oder Rodung von Unterwuchs oder nahestehendem Bewuchs, oder durch Baugruben oder Neubauten auf Nachbargrundstücken.
Landkreis Rottweil
Im Landkreis Rottweil arbeiten wir für Sie in ...
Sulz am Neckar
Vöhringen
Schritt für Schritt zum Obstbaumschnitt
Der dritte Schritt
Wir schneiden den Baum.
Ganz gleich, in welchem Zustand der Baum ist und welche Erwartungen wir an ihn haben; sein Wachstum und das Fruchten erfolgen nach immer gleichen Gesetzmäßigkeiten: der Baumphysiologie, aus der sich auch die sogenannten Wachstumsgesetze ableiten.
Einige wichtige physiologische Eigenschaften und Regeln auf Grundlage der Baumphysiologie, die wir beim Obstbaumschnitt beachten, sind
- Die Spitzenförderung
- Die Blattmasse-Förderung
- Die Durchmesser-Förderung
- Die Oberseitenförderung
- Die Scheitelpunktförderung
- Die Basisförderung
- Die Apikaldominanz
- Das Längenwachstum am unteren Ende der Spitzenknospen
- Das Dickenwachstum
- Die unterschiedlichen hormonellen Einflüsse von Blatt-, Trieb- und Fruchtknospen
- Die hormonellen Verhältnisse im ganzen Baum und pro Astpartie und einzelnem Ast
- Der Ablauf von Wundheilung durch Abschottung und Überwallung
- Der unterschiedliche biologische und chemische Aufbau von Ast-Ober- und Ast-Unterseiten und die sich daraus ergebenden unterschiedlichen biochemischen und physikalischen Eigenschaften von Ast-Ober- und Ast-Unterseiten
- Die Ein-Drittel-Flächeninhalt-Regel bei Schnittwunden und deren Versorgungsast
- Die Ein-Drittel-Blattmasse-Regel als Pi-mal-Daumen-Wert um den Baum nicht durch zu starken Schnitt zu schädigen. In der Praxis ist für jeden Baum jedoch individuell und situativ nach vielen Faktoren abzuwägen, wieviel Entnahme von Blattmasse er verträgt und den Schnitt-Zielen langfristig zuträglich ist.
- Die Alternanz[5]
- Die Saftwaage
- Die Fruchtholzrotation
Schnitt-Techniken, die wir beim Obstbaumschnitt einsetzen, sind
- Das Anschneiden
- Der Auge-Umkehr-Schnitt (Palmer)
- Das Ableiten und Aufleiten auf eine Triebknospe
- Das Ableiten auf eine Fruchtknospe
- Das Ableiten auf einen Seitenast
- Das Ableiten auf Fruchtholz
- Das Aufleiten auf eine Seitenastverlängerung
- Das Aufleiten auf eine Leitastverlängerung
- Entlastungs- und Sicherungsschnitt vor dem Absägen eines Astes, um das Einreißen zu vermeiden
- Fachgerechtes Absägen am Astansatz: Kein Stummel bleibt stehen, aber der Astring.
- Das Schlankschneiden als Methode des Auslichtens
- Obstbaumschnitt ohne Schneiden: spreizen und binden
Naturgemäßer Obstbaumschnitt
nach der Oeschberg-Methode laut Spreng, Palmer, Bosch und Grolm
Die Methode des Oeschberg-Schnitts wurde in den 1920er Jahren von Hans Spreng an der Kantonalen Obst- und Gartenbauschule Oeschberg in der Schweiz entwickelt.
Helmut Palmer, der Vater des Tübinger Ex-Bürgermeisters Boris Palmer, hat die Oeschberg-Methode in der Schweiz gelernt und bei ausgiebigen Schnittmaßnahmen in Baden-Württemberg auf die ihm eigene rebellische Art und Weise propagiert.
Hans-Thomas Bosch zeigt ab 2010 die Entwicklung großkroniger Obstbäume, die nach der Oeschberg-Methode geschnitten werden, anhand von Fotofolgen über einen langjährigen Zeitraum. Diese Fotofolgen sind insbesondere sehr lehrreich im Hinblick auf die Umstellung von anderen Strukturen auf die Oeschberg-Struktur und die Arbeitsweise an lange ungeschnittenen Altbäumen.
Ab ca. 2010 unterrichtet Michael Grolm den Naturgemäßen Obstbaumschnitt nach Oeschberg mit regionalen Schwerpunkten in Tübingen und Thüringen und trägt nicht zuletzt mit seiner Obstbaumschnittschule und seinen verschiedenen Baumwart-Ausbildungen als Multiplikator auf höchstem Niveau zur Verbreitung der Oeschberg-Methode, zu ihrer Perfektionierung und zu ihrer breiten praktischen Anwendung im privaten und professionellen Bereich bei.
Heute ist der Oeschbergschnitt nicht nur in Baden-Württemberg als State-of-the-art anerkannt und wird von den lokalen Obst- und Gartenbauvereinen, den Obst- und Gartenbauberatungen der Landratsämter, dem LOGL (Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V) und dem BOGL (Beratungskräfte Obstbau, Garten und Landschaft Badenwürttemberg e.V.) unterrichtet, empfohlen und gefördert. Für LOGL-Geprüfte Fachwarte für Obst und Garten ist der Oeschberg-Schnitt ein essentieller Ausbildungs- und Prüfungsinhalt.
Die Vorteile des Oeschberg-Schnitts
Die Obstbaum-Struktur nach Oeschberg ist ein gewinnbringender Aufbau von Obstbäumen, der folgenden Ansprüchen gerecht wird:
- Sehr gute Belichtung und Durchlüftung aller Baumteile.
- Hohe Fruchtqualität.
- Vergleichsweise kleiner Pflegeaufwand[6]
[6] (durch Schnittmaßnahmen, die der Baumphysiologie nicht entgegenarbeiten, sondern sie nutzen, um den Baum gezielt zu lenken.)
- Hoher Ertrag durch optimales Ausnutzen von Raum und Licht.
- Hohe Vitalität und Gesundheit des Obstbaums[6]
- Sichere und unverstellte Arbeitswege in der Krone.
- Sichere und unverstellte Erntewege in der Krone.
- Optimale und einfache Statik (die auch bei maximalem Fruchtbehang ohne Astbrüche auskommt).
- Hohes Baumalter bei Erhalt der Ertragsfähigkeit.
Die Oeschberg-Methode eignet sich vor allem für die Obst-Arten Apfel, Birne, Zwetschge, Mirabelle, Pfirsich und Quitte.


